Offener Brief an den Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein Herr Daniel Günther: Windenergie im Naturpark Lauenburgische Seen verhindern!
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
wir hoffen, Sie haben ihre Wanderung am 04. August durch den Naturpark Lauenburgische Seen von Seedorf nach Ratzeburg genossen. Sie werden uns sicherlich zustimmen, dass die Landschaft des Naturparks Lauenburgische Seen – der älteste Naturpark des Landes – mit ihrer abwechslungsreichen Mischung aus Wäldern, Feldern, Mooren und Seen ein Aushängeschild des Kreises Herzogtum Lauenburg ist. Auch wir Bürgerinnen und Bürger des Kreises freuen uns über diesen Naturpark, der dank seiner Lage im Bereich der ehemaligen innerdeutschen Grenze über lange Zeit ungestört eine einzigartige Natur- und Kulturlandschaft entwickeln konnte. Nicht umsonst ist der Naturpark Lauenburgische Seen Teil der europäischen Initiative des „Grünen Bandes“, und Teile des Parkes gehören zum geplanten Großnaturschutzgebiet des Zweckverbandes Schaalsee-Landschaft. Der Naturpark ist Nist- und Rastplatz für viele bedrohte Vogel- sowie Heimat diverser Amphibien- und Reptilienarten. Zudem ist der Naturpark Lauenburgische Seen ein Hauptziel für den regionalen wie überregionalen Tourismus im Kreis Herzogtum Lauenburg. Er wird dementsprechend von der Herzogtum Lauenburg Marketing und Service GmbH intensiv beworben – so hat der Kreis gerade erst eine optimierte touristische Fahrradstrategie in Auftrag gegeben.
Diese einzigartige Landschaft, die Sie persönlich erleben durften, ist nun massiv bedroht. Das Land Schleswig-Holstein hat mitten im Bereich des Naturparks, unter anderem im Bereich Ihrer Wanderung, mehrere Vorrangflächen für den Auf- und Ausbau der Windenergie ausgewiesen. Hier soll eine zweistellige Anzahl von über zweihundert Meter hohen Windkraftanlagen entstehen! Trotz diverser Einwände ist das Land bisher nicht von diesen Plänen abgerückt.
Verstehen Sie uns nicht falsch. Weder verneinen wir den menschengemachten Klimawandel noch lehnen wir den notwendigen Ausbau der regenerativen Energien per se ab. Dieser Ausbau muss aber mit Augenmaß erfolgen. Ein Naturpark, insbesondere der Naturpark Lauenburgische Seen mit seiner schützens- und erhaltenswerten Landschaft, ist der falsche Ort für Windkraftanlagen. Sie haben diese Landschaft selbst erlebt. Können Sie sich hier 200 Meter hohe Windkrafttürme vorstellen?
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, der Naturpark Lauenburgische Seen muss in seiner jetzigen Form unbedingt erhalten bleiben. Wir bitten Sie daher, die Ausweisung von Vorrangflächen für den Ausbau der Windenergie im Naturpark zu überdenken und vorzugsweise auszusetzen.
Mit freundlichen Grüßen
Christian Runge
Fraktionsvorsitzender Kreistagsfraktion FREIE WÄHLER Herzogtum Lauenburg
